Sommerau
clevermobil ins Areal Sommerau Gossau – Unternehmen spannen zusammen
Mobilität endet nicht an der Grundstücksgrenze. Genau deshalb gehen die Huber Kunststoff AG, Aepli Metallbau AG und GEMA Switzerland das Thema gemeinsam und arealübergreifend an – mit Unterstützung von clevermobil und der Stadt Gossau. Sie nutzen die Chance, Arbeitswege nachhaltiger, kosteneffizienter und aktiver zu gestalten. Die drei Unternehmen bringen zusammen über 400 Mitarbeitende ins Areal.
Auf dem Gruppenfoto (v.l.): Reto Huber, Geschäftsführer und Inhaber Huber Kunststoff AG; Fabienne Lovece, Projektleiterin clevermobil; Roman Germann, Mitglied Geschäftsleitung Huber Kunststoff AG; Bettina Anderau-Latzer, Verkehrsplanerin Stadt Gossau; Elisabeth Bremer, Mitglied Geschäftsleitung GEMA Switzerland GmbH; Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau; Nicola Vinzens, HR-Leiterin Aepli Metallbau AG
Die Analyse der Arbeitswege hat gezeigt: Das Potenzial für die Verlagerung auf alternative Mobilitätsformen ist gross. Nahezu 70% der Arbeitswege liegen innerhalb von 15 Kilometern, 30% sogar innerhalb von bloss 5 Kilometern. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden für eine erste Phase zwei Handlungsfelder definiert: die gezielte Förderung des Veloverkehrs sowie eine attraktive ÖV-Erschliessung und die Förderung der ÖV-Nutzung.
Innerhalb eines Jahres ist bereits einiges in Bewegung gekommen:
Mit dem Bus direkt ins Areal
Die Regiobus-Linie 150 wurde verlängert, um das Areal zu erschliessen. Sie verbindet den Bahnhof Gossau im Halbstundentakt direkt mit der Sommerau. Die neue Haltestelle liegt unmittelbar vor den drei Unternehmen und ist seit anfangs Juni in Betrieb.

Attraktive und sichere Velowege
Zur Erschliessung des Areals für das Velo wurde bereits 2022 eine Brücke über die Gleise an die Bischofszellerstrasse erstellt. Seit Juli schafft die neue Velostrasse an der Haldenstrasse eine komfortable Ost-West-Verbindung durch das Zentrum von Gossau und macht den Veloweg in die Sommerau attraktiver und sicherer.
Eine wichtige Aufgabe der Unternehmen besteht darin auf diese Wege aufmerksam zu machen und zum Velofahren zu motivieren.
Förderaktionen zur Aktivierung – als Vorbild voraus
Ein weiterer Fokus liegt bei der Aktivierung der Mitarbeitenden. Mit der Teilnahme an Förderaktionen wie bike to work soll die Freude am Velofahren geweckt und aufgezeigt werden, wie attraktiv der Arbeitsweg mit dem Velo sein kann.
Dass solche Impulse Wirkung zeigen, bewies die Huber Kunststoff AG: zwei Teams von Mitarbeitenden legten für die Challenge 2’818 Kilometer mit dem Velo zurück, absolvierten 162 Velotage und bewältigten 66% ihrer Arbeitswege im Sattel.
Firmeninhaber Reto Huber ging dabei mit gutem Beispiel voran: er legte 76% seines Arbeitswegs mit dem Velo zurück und zeigte damit, wie nachhaltige Mobilität auch auf Führungsebene vorgelebt werden kann.
Flexibel mit Sharing-Angeboten
Mit E-Velos und E-Trottinetts von Dott lässt sich ab sofort auch die letzte Etappe vom Bahnhof oder aus der näheren Umgebung unkompliziert, flexibel und ganz ohne Stau zurücklegen. Der Stellplatz für die Velos und Trottinetts dafür wurde gemeinsam mit clevermobil, Dott, der Stadt Gossau und den Unternehmen in der Sommerau umgesetzt.
Testgruppe Mobilitätsbudget
Die Huber Kunststoff AG hat mit einer ausgewählten Gruppe von Mitarbeitenden einen Test mit einem Mobilitätsbudget durchgeführt. Über Mobalt (eine App und Management-Plattform für betriebliche Mobilität), konnten die Teilnehmenden ein definiertes Budget flexibel für öV, Bikesharing, aktive Mobilität oder Fahrgemeinschaften einsetzen. Die App ermöglichte ihnen, täglich flexibel zu entscheiden, mit welchen Verkehrsmitteln sie ihren Arbeitsweg zurücklegen wollten.
Interne Kommunikation und Sensibilisierung
Mit dem gemeinsamen Vorgehen wird der Austausch zum Thema Mobilität in den Unternehmen gefördert. Es wird über Angebote informiert, sensibilisiert und Feedbacks von Mitarbeitenden zu diskutierten und vorgesehenen Massnahmen werden eingeholt. So wird die Belegschaft in Entscheidungen miteinbezogen und kann eine nachhaltigere Mobilität in den Unternehmen mitgestalten.
Das Vorgehen im Firmenareal Sommerau ist ein starkes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Unternehmen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Mobilität ganzheitlich denken. Einiges ist bereits angestossen, weiteres ist geplant und es gilt noch viele weitere Schritte gemeinsam zu gehen.
Fotos: Bodo Rüedi


